Bürgerwelt und Sinnenwelt. Max Webers München

14. Juni bis 25. September

 

Max Weber, der weltberühmte Nationalökonom und Soziologe, starb am 14. Juni 1920 in München. Ihm und seinen vielfältigen Beziehungen zur bayerischen Landeshauptstadt ist die Ausstellung gewidmet.

 

Zehn Jahre nach Ende des Studiums veranstalten sie sozusagen ein bildnerisches Klassentreffen, bei dem sie ihre Arbeiten erstmals wieder in Dialog treten lassen und sich unter anderem mit den Stätten ihres aktuellen Wirkens auseinandersetzen: Feriendomizile, nahe und ferne Sehnsuchtsorte, Straßencafés und Münchner Grünstreifen.

 

Abbildung (c) Max Weber-Arbeitsstelle München

Weber (1864-1920)war der Begründer einer verstehenden und werturteilsfreien Soziologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich Jurist und Nationalökonom erarbeitete Weber eine Genealogie der Moderne, die bis in die Gegenwart einen kaum zu überschätzenden Einfluss in den unterschiedlichsten Disziplinen der Kultur- und Sozialwissenschaften rund um den Globus ausübt. Neben seiner Grundlegung einer modernen Religions- und Herrschaftssoziologie formulierte Weber eine Matrix der Soziologie der Moderne, in deren Mittelpunkt die kulturhistorischen und motivationalen Grundlagen jener Rationalisierungsvorgänge erläutert werden, die uns bis in unsere Gegenwart maßgeblich auch in unserem Alltagshandeln bestimmen.

 

Dabei hinterließ Max Weber nach seinem frühen Tod ein gewaltiges Werk, dessen wissenschaftliche Aufarbeitung in der Max Weber-Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in diesem Jahr ihren Abschluss gefunden hat.

 

Zum 100. Todestag Max Webers hatte die Bayerische Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Münchner Volkshochschule vor Beginn der Corona-Pandemie ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm vorbereitet, das nun leider nicht stattfinden kann. Aber wir freuen uns, die von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften für die Seidlvilla konzipierte Ausstellung wie geplant zeigen zu können, die die vielschichtigen Beziehungen zwischen dem Gelehrten und der Stadt München beleuchtet. Weber hielt in München seine berühmten Vorträge „Wissenschaft als Beruf“ und „Politik als Beruf“. An der LMU lehrte er als Professor, er war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und in „dieser gesegneten Stadt“ besuchte er auch gern Opern und Konzerte. Weber war ein Repräsentant des liberalen Bürgertums im Übergang zur Weimarer Republik, daher lädt die Ausstellung auch in dieser Zeit schneller, krisenhafter Umbrüche zum Nachdenken über die politisch-kulturelle Bedeutung des Bürgertums ein.

 

Die Eröffnung ist am Sonntag, den 14. Juni um 12 Uhr im livestream unter Youtube Münchner Volkshochschule zu sehen!

 

Die Ausstellung ist bis zum 25. September täglich (außer an den Schließwochenenden 27./28. Juni, 25./26. Juli sowie im August) von 10 bis 19 Uhr zu sehen, der Eintritt ist frei.

 

Ein virtueller Ausstellungsrundgang ist unter www.badw.de zu sehen.