17. Oktober 2026
THE ART OF SEEING - when cinema meets mindfulness
Beginn 14:00
Immer kürzere Aufmerksamkeitsspannen begleiten unseren Alltag und unsere Sehgewohnheiten. Nach Ansicht des französischen Phänomenologen Merleau-Ponty überziehen Gewohnheit und abstraktes Denken die gelebte Welt mit einer Schicht vorgefertigter Konzepte: Wir nehmen die Dinge nicht mehr wahr, sondern identifizieren sie lediglich als Elemente vertrauter Kategorien. Die Kunst hat die Aufgabe, diese Schicht abzutragen. Und uns zu der vorreflexiven Erfahrung zurückzuführen, in der sich die Welt noch im Entstehen befindet. Damit wir sie neu wahrnehmen können - als wäre es das erste Mal.Anastasia Nizamova greift diese Idee in ihrem experimentellen Format „When Queer Cinema meets Mindfulness“ auf und verbindet meditative Praktiken mit der Praxis des Schauens. Mittels Übungen und Elementen des „Slow Cinema“ lädt sie dazu ein, Film, Zeit und Sehgewohnheiten noch einmal neu wahrzunehmen.
Workshop-Leitung: Anastasia Nizamova ist ukrainische Filmregisseurin und Kulturwissenschaftlerin mit Sitz in München. Sie hat einen Masterabschluss in Kulturwissenschaften an der Nationalen Universität Odesa I. I. Metschnykow erworben, wo sie ihre Abschlussarbeit über die Interpretation von Realität im postmodernen Kino schrieb. Anschließend ausgebildet am Cinema Studio Odesa, organisierte sie kulturelle Projekte und führte Regie bei eigenen Kurzfilmen in Odesa. Nach Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine musste sie nach Deutschland fliehen, wo sie unter anderem mit den Münchner Kammerspielen, Kalekone Film und den Internationalen Hofer Filmtagen zusammenarbeitete.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Zeit 14 bis 15.30 Uhr
Eintritt 11/13 Euro
Karten unter When Queer Cinema Meets Mindfulness Workshop