17. Juni 2026

 

Menschen – Umwelt – Wissen: Umweltmonitoring in Amazonien

Beginn 18:00

 

Das Amazonasgebiet steht mehr denn je im Fokus globaler Aufmerksamkeit. Extreme Trockenperioden, eine Zunahme von Waldbränden sowie der immer weitergehende Abbau natürlicher Ressourcen wie Holz, Gas, Öl und Gold haben gravierende Auswirkungen auf die Ökosysteme der Region und die Lebensräume indigener Gemeinschaften. Vor diesem Hintergrund stärken letztere ihre lokale Monitoring- und Überwachungspraxis, kooperieren mit zivilgesellschaftlichen sowie staatlichen Akteuren und setzen neue Technologien ein. Auch Unternehmen im Rohstoffsektor werden zunehmend verpflichtet, ihre Aktivitäten transparent überwachen zu lassen – in Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften.
An diesem Abend kommen wir mit vier indigenen Umweltwächter:innen aus Ecuador und Peru ins Gespräch, die auf jahrelange Erfahrung im Umweltmonitoring zurückblicken und ihre Perspektiven, Kenntnisse sowie Erfahrungen mit uns teilen.
Eröffnen werden den Gesprächsabend Prof. Dr. Anna Meiser und Jonas Bauschert M.A. mit einem Überblick über die Region Amazonien sowie einem Kurzinput zum Forschungsprojekt „Jaguar, Drohne, Mensch: Indigene Wachsamkeit in Amazonien“ des Sonderforschungsbereichs 1369 „Vigilanzkulturen“ an der LMU München.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch mit Übersetzung statt und richtet sich an alle, die sich für den Amazonasraum, dessen ökologische Vielfalt und die Situation der dort lebenden indigenen Gemeinschaft interessieren.
Eine Veranstaltung des SFB 1369 „Vigilanzkulturen“ und des Instituts für Interkulturellen Kommunikation der LMU München in Kooperation mit dem Seidlvilla Verein e.V.

 

Datum:

Mittwoch, 17.06.2026, 18:00 - 20:00 Uhr

 

Mitwirkende des Abends:

Rudi Karina Chumpi Chumape (Shuar) ist regionale Umweltwächterin des Verbands der indigenen Völker des ecuadorianischen Amazonasgebiets (CONFENIAE). Sie ist die erste weibliche Umweltwächterin der Shuar, wurde in der Verwendung von Drohnen, GPS und ArcGis geschult und nahm am internationalen Programm „Todos los Ojos en la Amazonia“ (TOA, „All Eyes on the Amazon“) teil. Heute bietet sie selbst Kurse für Jugendliche an und engagiert sich für den Schutz ihres Territoriums.

Marlene Piñarreal Serrano (Machiguenga) ist ausgebildete Umweltwächterin im unteren Urubamba-Tal (Departamento Cusco, Peru) und hat viele Jahre die Gasausbeutung in Camisea überwacht. Sie arbeitete als Abgeordnete für den Distrikt Megantoni und hat heute eine Führungsposition innerhalb ihrer Gemeinde inne. Sie engagiert sich als Vorsitzende im Verband der Kakaoproduzent:innen sowie der Handwerkskunst.

Luis Miguel Tayori Kendero (Harakbut) ist ehemaliger Leiter des Überwachungs- und Kontrollsystems des Kommunalreservats Amarakaeri im Departmento Madre de Dios (Peru). Er hat zahlreiche Ausbildungskurse zur Nutzung von Überwachungstechnologien geleitet und u.a. am internationalen Programm „Todos los Ojos en la Amazonia“ (TOA, „All Eyes on the Amazon“) teilgenommen. Er ist Autor des Buches Indicadores Climáticos y Fenológicos del Pueblo Harakbut (Klimatische und phänologische Indikatoren der Harakbut) (2018).

José Andrés Vargas Moya (Shuar) ist Koordinator des Schutzwaldes Arutam (Bosque y Vegetación Protector Arutam – BVPA) und zuständig für die Territorialüberwachung mehrerer Shuar-Gemeinden. Er ist Leiter der Abteilung „Territorium“ der regionalen Shuar-Organisation FENASH-P und Vorsitzender des Komitees für die gemeinsame Verwaltung von Schutzwäldern in Ecuador. Er bietet Aufenthalte für Volontäre innerhalb seiner Shuar-Gemeinde an.

Jonas Bauschert, M.A. Ethnologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Jaguar, Drohne, Mensch: Indigene Wachsamkeit in Amazonien“ am Sonderforschungsbereich 1369 „Vigilanzkulturen“ mit Forschungserfahrungen in Brasilien, Ecuador und Peru. Zuvor arbeitete er fünf Jahre in einer lokalen NGO als Berater für Themen wie nachhaltige Entwicklung und Mensch-Umwelt-Beziehungen.

Prof. Dr. Anna Meiser Ethnologin und Direktorin des Instituts für Interkulturelle Kommunikation an der LMU München. Sie leitet das Forschungsprojekt „Jaguar, Drohne, Mensch: Indigene Wachsamkeit in Amazonien“ am Sonderforschungsbereich 1369 „Vigilanzkulturen“ (https://www.ikk.uni-muenchen.de/ueber_uns/personen/professoren/anna-meiser/index.html).

 

Eintritt frei

Keine Voranmledung erforderlich.

 

Foto (c) Jonas Bauschert

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Information zur Kartenreservierung

Für diese Veranstaltung können Sie Karten nach Wunsch telefonisch oder per E-mail reservieren.

Bitte rufen Sie unter 089-33 31 39 an oder schreiben Sie eine Nachricht an info@seidlvilla.de.

 

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