28. März 2022

 

Des Sophokles schlechte Stunde oder Warum Nietzsche Eros anders sieht

Beginn 19:00

 

Der Titel des Vortrages bezieht sich auf eine Nachlasssentenz Nietzsches im gedanklichen Umfeld der Entstehung der Fröhlichen Wissenschaft, notiert im Herbst 1881 (NL 14[24], KSA 9, 631). Anders als im dortigen Aph. 14 Was Alles Liebe genannt wird, attackiert Nietzsche hier den an sich hochgeschätzten attischen Tragiker Sophokles wegen einer überlieferten Äußerung, er schätze sich glücklich, mit zunehmendem Alter aus der Umklammerung dieses ‚wütendem Dämons‘ in immer größerem Maße befreit zu sein und unterstellt ihm ein zutiefst problematisches Verhältnis zu einem der wesentlichsten Götter, den die antike Kultur hervorgebracht habe.
Von den frühen Eros-Überlegungen 1864 in Auseinandersetzung mit Platons Gastmahl über den kurzen Auftritt Cupidos im Zarathustra bis zur Anschuldigung an das Christentum, dem Gott des Lebens Gift gegeben zu haben und er daran zum ‚Laster‘ entartet sei (Jenseits von Gut und Böse, Aph. 168) und einer Apotheose des Dionysischen zieht sich Nietzsches Votum für eine Eros-Kultur, an der sich der Mensch immer neu abarbeiten und widersprüchlich selbst bestimmen muss.

 

Veranstalter: Nietzsche-Forum München e.V.

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