21. Februar 2018

Stunde der jungen Pianist/innen

 

Im ersten Konzert in unserer Reihe der Konzerte 2018 mit den Jungen Pianisten präsentieren sich in der Seidlvilla drei junge Stars im Alter von 16–18 Jahren. Sie alle haben schon etliche Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen und können eine langjährige Konzerterfahrung und Bühnenpräsenz vorweisen. 

In dieser „Stunde der Jungen Pianisten“ hören wir drei gewichtige Werke der Klassik und Romantik: Clara Siegle beginnt das Konzert mit der Mozart-Klaviersonate D-Dur KV 311. Sie ist eine der „Mannheimer Sonaten“ und entstand auf Mozarts Reise, die ihn von Salzburg über München und Augsburg vorerst nach Mannheim führte, später setzte er sie nach Paris fort. Das Werk ist 1777 entstanden und ist den beiden Töchtern des Hofrats Freysinger, einem ehemaligen Studienkollegen seines Vaters, gewidmet. Es ist ein sehr lebhaftes Stück in bester Musizierlaune, das Mozart im letzten Satz sogar mit einer konzertmäßigen Kadenz ausstattet. 

Philipp Rhein präsentiert uns anschließend ein Spätwerk von César Franck: Prélude, Choral et Fugue, 1884 in Paris komponiert. Die ursprüngliche Idee des Komponisten war, das seit Bach vertraute Formenpaar „Präludium und Fuge“ wieder aufzufrischen. Ihm war diese Kombination jedoch zu gewöhnlich, weshalb er einen Choral in freier Satztechnik zwischen Präludium und Fuge einfügte. Dieser Choral hat gemeinsame Themen sowohl mit dem Präludium als auch der Fuge und lässt somit das Gesamtwerk sehr einheitlich erscheinen. Nach Liszt‘schem Modell gehen die Sätze ineinander über. Und wie so oft in Francks Werken entsteht auch hier eine mystisch-magische Wirkung, was wir aus einigen Werken Bachs kennen, aber auch Dramatik Beethoven‘scher Prägung ist spürbar.

 

Beethoven beschließt nun auch das Konzert mit einem Spätwerk, der vorletzten Klaviersonate, op. 110, die uns Marie Hauzel vorträgt. Außergewöhnlich für Beethoven ist, dass dieses Werk keine Widmung trägt. Man kann annehmen, dass es sich um ein autobiographisches Werk handelt, quasi eine musikalische Darstellung seiner Genesung durch Gebet und Kraft des Glaubens. Die Sonate entstand im Jahre 1820, nachdem der Komponist sich von einer schweren Krankheit (Gelbsucht und Rheuma) erholt hatte.

Wir hören ein sehr lyrisches Werk mit ausschweifenden Kantilenen. Der Mittelsatz ist ein Scherzo im Gassenhauer-Stil; der gewichtige Finalsatz mit Arien-Rezitativ, einer großen Fuge und anschließend wiederkehrendem Arioso gipfelt in einer klanggewaltigen Schlussapotheose.

 

Freuen Sie sich auf die musikalisch sehr reifen jungen Künstler dieses Abends.

Clara Siegle und Marie Hauzel studieren bereits an der Musikhochschule München bzw. am Mozarteum Salzburg. Mit kurzen Beiträgen zu den Komponisten, den Werken und den jungen Künstlern begleitet sie Bernd Schmidt als Moderator durch das Konzert.

 

 

 

Veranstalter: Pianistenclub München e.V.

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