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14.02.12_Andrea Hermenau Quartet

Till Martin - tenor sax
Andrea Hermenau - piano, vocals, composition
Peter Cudek - bass
Tim Collins - drums, vibraphone

"Andrea Hermenau lotet das Jazzpiano aus zwischen sensitiver Lyrik, minimalistischer Motorik und zupackender innovativer Tastenlust. Dabei zeigt sie ihr künstlerisches Gespür für Eleganz und traumhaften Groove." (MOD. Zeitung)

Hermenaus Kompositionen zeichnen sich aus durch einen souveränen und verspielten Umgang mit rhythmischer Vielfalt, eine regenbogenbunte Harmonik und geschmeidige Melodik, mit einem Hauch von Poesie. Ihre Musik ist unter anderem inspiriert von Olivier Messiaens Klangfarbigkeit sowie dem Spiel mit der rhythmischen Reduktion und Repetition im Stile der Minimal Music.
Der Ambivalenz und Mehrdeutigkeit der beiden Themen Liebe und Zeit, um die es in ihren Songs geht, verleiht Andrea Hermenau durch ihren hellen und lyrischen Gesang einen berührenden Tiefgang. Dabei werden auch bekannte Liebesgeschichten, wie die von Orpheus und Eurydike, und die traditionell Liebeslyrik vertonende bosnische Sevdalinka musikalisch neu bearbeitet und verjazzt.

Gespielt wird Hermenaus Musik von Till Martin mit seiner "packenden Tenorstimme die begeistert, seiner dramaturgischen Klasse und der Intimität seines Sounds" (SZ), dem "Ausnahmebassisten" (Schongauer Zeitung) Peter Cudek und dem "world-class vibes player" (CJSR Canada), Schlagzeuger und Komponisten Tim Collins. Die Musik bleibt durch das einfühlsame Zusammenspiel und die Bereitschaft der mitspielenden Musiker zur Formung eines gemeinsamen Klangkörpers, trotz aller Komplexität, stets melodisch und eingängig und entführt in musikalische Welten jenseits von Genredenken und Plakativität.

Pressestimmen:

SZ, 02.01.2012, Oliver Hochkeppel

"Für Münchner Jazz-Freunde ist Andrea Hermenau kein neues Gesicht mehr. Die Pianistin, Sängerin und Percussionistin ist seit Jahren vor allem mit dem Quartett Etna, in den diversen Formationen von Harald Rüschenbaum, bei Rudolf Roths Drum For Your Life sowie zuletzt mit Jerker Kluges Deep Jazz und beim Fjoralba Turku Quartet präsent. Ihre erste eigene Band geht aber erst jetzt an den Start: Am morgigen Dienstag ist das Andrea Hermenau Quartet in der Unterfahrt zum ersten Mal auf der Bühne zu sehen. Nicht dass es ihr, die stets so gar nicht divenhaft, sondern fast unauffällig auftritt, an Zielstrebigkeit und Selbstbewusstsein gefehlt hätte. Es liegt vielmehr an ihrer Gewissenhaftigkeit: "Es war mit total wichtig, dass mein erstes eigenes Projekt organisch gewachsen ist und ich genau die Musik spiele, die ich wirklich machen will." Und da diese Klangvorstellung ziemlich komplex ist, fand sie sich erst jetzt gerüstet für das Verweben klassischer, jazziger wie pop-melodischer Elemente, für einen ebenso eingängigen wie spannenden Verbund von rhythmischer Extravaganz mit Klangfarbenmalerei und geradlinigem Gesang.

Die Basis für Hermenaus Breitband-Jazz wurde bereits in der Kindheit gelegt. Ihr Vater, ein bildender Künstler, experimentierte auch gern an Keyboards und Synthesizern, er hatte sogar eine Freejazz-Band namens Die schmutzigen Tonköpfe, bei der Hermenaus Mutter E-Bass spielte. "Ich habe vom dritten Lebensjahr an selbst an den Keyboards herumgespielt", erinnert sich Hermenau. Kam hinzu, dass sie bald merkte, dass sie eine Synästhetikerin ist: Töne, Farben und Zahlen hängen bei ihr assoziativ zusammen. "Insofern waren auch die Bilder meines Vaters ein großer Einfluss." Der schickte seine Tochter außerdem zeitig zum Klavier- und Musikunterricht.

Glück hatte sie auch mit ihrem Gymnasium am Tegernsee: "Das hatte zu meiner Zeit eine wahnsinnig musikalische Phase, ich machte bei 4 Musicals. der erstklassigen Bigband und mehreren anderen Ensembles mit." Und so war schon vor dem Abitur klar, dass sie es mit der Musik als Beruf probieren würde. Unerwartet schnell ergab sich eine Möglichkeit: Hermenau gewann einen Wettbewerb der Zeitschrift Keyboard und durfte ein Stück in Nashville aufnehmen. Ein dortiger Produzent wollte sie nach Frankreich mitnehmen und im Pop "groß herausbringen". Doch Hermenau lehnte ab: "Ich wollte keine Marionette sein, sondern mein eigenes Projekt machen."

Also besuchte sie den Aufbaukurs am Freien Musikzentrum, schaffte die Aufnahmeprüfung am Richard-Strauss-Konservatorium und studierte von 2001 an Jazzpiano bei Tizian Jost und Jazzgesang bei Karren Edwards und Lisa Wahlandt. Sie hatte aber kaum angefangen, da gewann sie schon zusammen mit dem Quartett Etna den Landeswettbewerb von "Jugend jazzt" und kam so ins von Harald Rüschenbaum geleitete Landesjugendjazzorchester. Ein paar Bausteine fehlten ihr trotzdem noch: Hinter die letzten Geheimnisse der Rhythmik kam sie zum einen mit einer dreijährigen Tätigkeit als Perkussionistin am Residenztheater, zum anderen durch die Beschäftigung mit südosteuropäischer Musik, nicht zuletzt inspiriert durch ihren Mann Ernest Mujkic und ihre bosnischen Schwiegereltern. Und schließlich setzte sie von 2008 bis 2010 noch ein Kompositionsstudium in Dresden bei Thomas Zoller drauf. "Komposition, Rhythmik und Gesang spielen in meinem Quartett auch eine viel wichtigere Rolle als früher", sagt sie, und. "Ich habe immer den für mich leichteren Weg bevorzugt und Sachen aufgegeben, von denen ich meinte, da geht es nicht weiter."

Ganz leicht kam sie auch zu ihrer Band. Mit Bassist Peter Cudek spielt sie seit jeher bei Harald Rüschenbaum, "er war die treibende Kraft, es jetzt zu versuchen." Saxophonist Till Martin kristallisierte sich ebenfalls früh wegen seines Faibles fürs Minimalistische und seiner hohen Kunst, eine Gesangsstimme zu begleiten, als Idealbesetzung heraus. Tim Collins schließlich kam an den Schlagzeugpart, weil er auch noch Vibraphonist und daher ein überaus melodischer Drummer ist: Man darf also durchaus mit hohen Erwartungen in die Unterfahrt pilgern."

andrea-hermenau.de

   
 
       
   
     

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